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Algen im Gartenteich: Ursachen, Probleme und Lösungsansätze

Ein wenig Algen gehört zu jedem lebendigen Teich. Wird das Wasser aber grün wie Erbsensuppe oder überzieht ein Teppich aus Fadenalgen alles, stimmt das Gleichgewicht nicht. Besonders in Schildkrötenteichen ist das ein bekanntes Thema.

Warum Algen wuchern: Nährstoffe, Licht und Konkurrenz NährstoffeFutterreste, Kot, Laub Licht & Wärmevolle Sonne, flaches Wasser AlgenwachstumSchwebe- und Fadenalgen GegenspielerPflanzen binden Nährstoffe · Beschattung · Absaugen · mäßig füttern
Algen brauchen Nährstoffe und Licht. Pflanzen, Schatten und Pflege sind ihre Gegenspieler.

Welche Algen gibt es im Teich?

Im Gartenteich begegnen vor allem zwei Formen:

  • Schwebealgen sind mikroskopisch klein und färben das Wasser grün und trüb. Sie treten oft im Frühjahr auf, wenn es warm und hell wird, die Pflanzen aber noch nicht wachsen.
  • Fadenalgen bilden lange, watteartige oder schleimige Fäden an Steinen, Pflanzen und der Teichfolie. Sie können ganze Bereiche überwuchern.

Daneben gibt es Schmieralgen und Blaualgen – letztere sind eigentlich Bakterien (Cyanobakterien) und können Giftstoffe bilden. Bei blaugrünen Schlieren, Schaum oder modrigem Geruch ist Vorsicht geboten.

Die Ursachen

Algen wachsen, wenn Licht, Wärme und Nährstoffe im Überfluss vorhanden sind und kaum Konkurrenz besteht. Die wichtigsten Nährstoffquellen im Teich:

  1. Futter: Reste und Ausscheidungen der Tiere – in Schildkrötenteichen der größte Faktor.
  2. Laub und Pflanzenreste, die am Grund verrotten.
  3. Eingeschwemmte Erde und Dünger aus Rasen und Beeten.
  4. Ungeeignetes Substrat wie nährstoffreiche Blumenerde in Pflanzkörben.
  5. Leitungswasser mit hohem Phosphat- oder Nitratgehalt beim Auffüllen.
Dichte Schwimmpflanzendecke auf einem Stillgewässer – Zeichen für viele Nährstoffe
Dichte Schwimmpflanzendecke auf einem Stillgewässer – Zeichen für viele NährstoffeFoto: Fiktube, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons

Sind Algen schädlich?

Für Sumpfschildkröten sind Algen an sich kein Problem. Die Tiere fressen sie sogar gelegentlich. Kritisch wird es, wenn massenhaft Algen absterben: Beim Abbau wird Sauerstoff verbraucht, was besonders nachts und im Winter gefährlich ist. Dichte Fadenalgenwatten können Jungtiere zudem regelrecht einschnüren. Und nicht zuletzt sieht man die Tiere im grünen Wasser nicht mehr.

Lösungen ohne Chemie

  • Mehr Pflanzen: Unterwasser- und Schwimmpflanzen konkurrieren mit Algen um Nährstoffe und beschatten das Wasser. Mehr unter Wasserpflanzen für den Teich.
  • Mäßig füttern: Nur so viel, wie sofort gefressen wird. Futterreste entfernen.
  • Laub fernhalten: Im Herbst ein Netz spannen, Laub regelmäßig abfischen.
  • Schlamm reduzieren: Die Schlammschicht gelegentlich teilweise absaugen – nicht im Winter und nie komplett, denn der Schlamm ist auch Lebensraum.
  • Fadenalgen abfischen: Mit einem Kescher oder einer rauen Bürste. Die Algen kurz am Rand liegen lassen, damit Kleintiere zurück ins Wasser kriechen können.
  • Teilweise beschatten: Ein Teil der Wasseroberfläche darf im Schatten liegen – die Sonnenplätze der Tiere aber nicht.

Technik und Mittel

Ein UV-C-Klärer kann Schwebealgen wirksam bekämpfen, weil er die Algenzellen beim Durchlauf schädigt. Gegen Fadenalgen hilft er kaum. Ein Filter mit biologischer Stufe verbessert die Wasserqualität insgesamt. Chemische Algenmittel sind in einem Teich mit Schildkröten, Amphibien und Insekten nicht zu empfehlen: Sie bekämpfen Symptome, töten oft auch andere Organismen und lassen große Mengen abgestorbener Algen zurück.

Besonderheit Schildkrötenteich

Schildkröten sind „Nährstoffproduzenten“. Ein Schildkrötenteich braucht deshalb mehr Pflanzen und mehr Pflege als ein reiner Zierteich gleicher Größe. Viele Halter planen von Anfang an einen bepflanzten Filtergraben oder ein Pflanzenbecken ein, durch das das Wasser langsam fließt. Mehr zum Aufbau im Beitrag Teichanlage.

Kurzdiagnose nach Farbe und Form

BeobachtungWahrscheinliche Ursacheerster Schritt
Wasser grün und trübSchwebealgen, viel Licht und NährstoffePflanzen ergänzen, Fütterung reduzieren, ggf. UV-C-Klärer
Watte an Steinen und PflanzenFadenalgenabfischen, Nährstoffquellen suchen
braune BelägeKieselalgen, oft in neuen Teichenabwarten, Pflanzen etablieren
blaugrüne Schlieren, GeruchCyanobakterienVorsicht, Ursache klären, nicht mit bloßen Händen arbeiten

Ein Jahr Algenpflege

Im Frühjahr ist grünes Wasser häufig, weil die Pflanzen noch nicht wachsen – Geduld statt Aktionismus. Im Sommer lohnt es sich, Fadenalgen regelmäßig abzufischen und die Fütterung knapp zu halten. Im Herbst gilt die Aufmerksamkeit dem Laub, denn was jetzt im Teich verrottet, düngt die Algen im nächsten Jahr. Im Winter bleibt der Teich in Ruhe, besonders wenn Schildkröten darin überwintern.

Quellen und weiterführende Informationen

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