Wasserpflanzen für den Schildkrötenteich: robuste Arten und Pflanzzonen
Pflanzen sind im Schildkrötenteich mehr als Dekoration. Sie binden Nährstoffe, beschatten das Wasser, bieten Verstecke und Futter. Allerdings müssen sie einiges aushalten: Schildkröten wühlen, knabbern und legen sich gern mitten hinein.
Warum Pflanzen so wichtig sind
In einem Teich mit Schildkröten fallen viele Nährstoffe an. Pflanzen nehmen sie auf und entziehen sie damit den Algen. Gleichzeitig spenden sie Schatten, liefern Sauerstoff, beherbergen Futtertiere wie Schnecken und Insektenlarven und geben scheuen Tieren Deckung. In der Natur bevorzugt die Europäische Sumpfschildkröte stark verkrautete Gewässer – ein kahler Folienteich ist das Gegenteil davon.
Die Pflanzzonen
| Zone | Beispiele | Hinweise |
|---|---|---|
| Sumpfzone (feuchter Rand) | Sumpfdotterblume, Blutweiderich, Sumpf-Vergissmeinnicht, Seggen | Deckung am Ufer, Sonnenplätze freihalten |
| Flachwasser | Wasser-Schwertlilie, Froschlöffel, Pfeilkraut, Tannenwedel | oft stark befressen und befahren; kräftige Arten wählen |
| Tiefwasser | Seerosen, Teichrose, Raues Hornkraut, heimisches Tausendblatt | Unterwasserpflanzen sind die wichtigsten Nährstoffzehrer |
| Schwimmend | Froschbiss, Wasserlinsen | Wasserlinsen werden von Schildkröten gern gefressen |
Die üblichen Tiefenangaben des Gartenteichbaus (etwa 0–10 cm für die Sumpfzone, 10–40 cm für Flachwasser, darunter Tiefwasser) sind nur Anhaltspunkte. Auf den Etiketten der Gärtnereien steht meist die empfohlene Wassertiefe je Art.

Was Schildkröten mit Pflanzen machen
Europäische Sumpfschildkröten fressen durchaus Pflanzen, besonders Wasserlinsen, weiche Unterwasserpflanzen und Algen. Viel größer ist aber der mechanische Schaden: Die Tiere graben, legen sich auf Pflanzen und reißen beim Klettern Triebe ab. Bewährt haben sich:
- Pflanzen in stabilen Pflanzkörben oder zwischen größeren Steinen setzen, damit die Wurzeln geschützt sind
- schnellwachsende Unterwasserpflanzen wie Hornkraut großzügig einbringen; was gefressen wird, wächst nach
- empfindliche Arten zunächst in einem separaten Becken vorziehen
- nährstoffarmes Substrat statt Blumenerde verwenden
Seerosen
Seerosen beschatten mit ihren Blättern große Teile der Wasseroberfläche und sind bei Schildkröten als Liegeplatz beliebt. Für tiefe Zonen eignen sich kräftige Sorten, die mit der Tiefe der Überwinterungszone zurechtkommen. Junge Blätter werden gelegentlich angefressen – ein starker Wurzelstock steckt das in der Regel weg.

Pflanzen als Futterquelle
Ein Nebeneffekt der Bepflanzung: Wo viele Pflanzen wachsen, entwickeln sich Wasserschnecken, Asseln und Insektenlarven. Das ist die natürlichste Futterquelle für Sumpfschildkröten (siehe Schildkrötenfutter im Check). Viele Halter setzen gezielt Posthorn- oder Spitzschlammschnecken ein.
Invasive Pflanzen vermeiden
Einige im Handel angebotene Wasserpflanzen stehen auf der EU-Liste invasiver Arten oder breiten sich stark in Naturgewässer aus. Dazu gehören zum Beispiel der Große Wassernabel (Hydrocotyle ranunculoides), die Wechselblatt-Wasserpest (Lagarosiphon major) und die Schmalblättrige Wasserpest (Elodea nuttallii). Kaufen Sie bei seriösen Gärtnereien und entsorgen Sie Pflanzenreste niemals in der Natur. Heimische Arten sind für Insekten ohnehin wertvoller.
Pflege im Jahreslauf
Im Frühjahr abgestorbene Pflanzenteile entfernen, im Sommer wuchernde Arten auslichten, im Herbst welke Blätter vor dem Absinken abschneiden. So bleiben die Nährstoffe nicht im Teich und das Algenproblem klein.
Einkauf und Einsetzen
Neue Pflanzen können Schneckenlaich, Algen oder unerwünschte Arten einschleppen. Spülen Sie sie gründlich ab und kontrollieren Sie sie, bevor sie in den Teich kommen. Pflanzen, die in Töpfen mit Blumenerde geliefert werden, setzen Sie in nährstoffarmes Substrat um. Der beste Pflanzzeitpunkt ist das späte Frühjahr, wenn das Wasser warm genug ist, dass die Pflanzen schnell anwachsen.
Pflanzen für die Futterzucht
Wer Futtertiere im eigenen Teich fördern möchte, setzt auf dichte Unterwasserpflanzen und eine gut bewachsene Flachwasserzone. Dort finden Wasserschnecken, Asseln und Insektenlarven Nahrung und Verstecke. Ein Bereich, den die Schildkröten nicht erreichen – etwa ein abgetrennter Pflanzenbereich oder ein separates Becken –, dient als Rückzugsraum, aus dem Futtertiere laufend nachwandern. So entsteht ein kleiner Kreislauf, der die Fütterung ergänzt und das Wasser zugleich klärt.
Passt dazu
Schildkrötenfutter im Check: Naturfutter, Frostfutter, FertigfutterWelches Futter eignet sich für Europäische Sumpfschildkröten? Naturfutter, Frost- und Trockenfutter sowie Pellets im …