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Emys·HomeEuropäische Sumpfschildkröte

Drama am Gartenteich: Fressfeinde erkennen und die Anlage sichern

Die Anlage war fertig, die Tiere hatten sich eingelebt – und eines Morgens fehlt ein Jungtier. Fast jeder Halter erlebt früher oder später so ein Drama. Die gute Nachricht: Mit den richtigen Maßnahmen lässt sich das Risiko stark senken.

Graureiher bei der Jagd – geduldig, aufmerksam und am Gartenteich ein häufiger Gast
Graureiher bei der Jagd – geduldig, aufmerksam und am Gartenteich ein häufiger GastFoto: Andy Morffew from Itchen Abbas, Hampshire, UK, CC BY 2.0, via Wikimedia Commons

Wer kommt an den Teich?

FressfeindGefährdet vor allemTypische Spuren
GraureiherJungtiere, kleine TiereTiere verschwinden tagsüber, Reiher am frühen Morgen
Krähen, ElsternSchlüpflinge an Landverschwinden bei Tag, oft am Eiablageplatz
KatzenJungtiereTiere verschwinden, gelegentlich verletzte Tiere
Waschbäralle Altersstufennächtlich, aufgebrochene Panzer, umgeworfene Deko
RattenJungtiere, Tiere in Winterstarrenächtlich, Bissverletzungen, Laufspuren
Fuchs, Dachs, MarderGelege, Jungtiereausgegrabene Nester, Kot- und Grabspuren
große Fische (Koi, Goldfisch)SchlüpflingeJungtiere verschwinden im Wasser

Welche Tiere tatsächlich zu Besuch kommen, zeigt am zuverlässigsten eine Wildkamera. Viele Halter sind überrascht, wie viel nachts im eigenen Garten los ist.

Der Reiher

Graureiher sind klug, geduldig und merken sich lohnende Futterplätze. Ein Gartenteich mit Fischen oder kleinen Schildkröten kann schnell zum festen Anlaufpunkt werden. Erwachsene Sumpfschildkröten sind für den Reiher zu groß, Jungtiere der ersten Jahre dagegen nicht. Wirksam sind vor allem Netze oder feste Abdeckungen über den Bereichen, in denen Jungtiere leben. Attrappen und Abschreckgeräte helfen meist nur vorübergehend.

Der Waschbär

Der aus Nordamerika eingeschleppte Waschbär ist inzwischen in vielen Regionen Deutschlands heimisch geworden und für Sumpfschildkröten besonders gefährlich: Er ist geschickt, klettert, öffnet Riegel und kann den Panzer auch erwachsener Tiere aufbrechen. Wo Waschbären vorkommen, reicht ein einfacher Zaun oft nicht aus. Bewährt haben sich zusätzlich Elektrolitzen an der Außenseite des Zauns oder komplett geschlossene Anlagenteile für die Nacht.

Waschbären sind neugierig, lernfähig und nachtaktiv.
Waschbären sind neugierig, lernfähig und nachtaktiv.Foto: Quartl, CC BY-SA 3.0, via Wikimedia Commons

Katzen und Rabenvögel

Für Jungtiere sind Katzen und Rabenvögel eine ernste Gefahr – vor allem an Land, etwa kurz nach dem Schlupf oder auf Sonnenplätzen. Jungtiere gehören deshalb in eine rundum geschlossene Anlage mit Gitterdeckel, etwa ein Frühbeet oder einen gesicherten Hochteich.

Ratten, Mäuse, Füchse

Nächtliche Räuber kommen oft von unten. Ein Zaun ohne Untergrabschutz ist für sie kein Hindernis. Rahmen, Zäune und Gehege müssen deshalb einige Dezimeter tief in den Boden reichen oder mit waagerecht verlegtem Drahtgeflecht gesichert werden. Ausführlich: Bedrohung durch Ratten.

Die Sicherungs-Checkliste

  1. Zaun: glatte Innenseite, Überhang, Untergrabschutz (Teichanlage).
  2. Von oben: Netz oder Gitter über Jungtieranlagen; bei Reiherproblemen auch über Teilen des großen Teichs.
  3. Nester: nach der Eiablage mit einem Gitterkorb abdecken.
  4. Nachts: in Waschbärgebieten Elektrolitze oder verschließbare Bereiche.
  5. Keine Lockmittel: keine Futterreste, keine offenen Futterstellen für andere Tiere in der Nähe.
  6. Kontrolle: Tiere regelmäßig zählen – je früher ein Verlust auffällt, desto eher lässt sich die Ursache finden.

Wenn ein Tier fehlt

Fehlt bei der Kontrolle ein Tier, ist nicht immer ein Räuber schuld. Sumpfschildkröten verstecken sich gern tief im Schlamm oder zwischen Pflanzen und bleiben tagelang unsichtbar. Vor allem an kühlen Tagen sind sie kaum zu finden. Gehen Sie systematisch vor:

  1. Zaun abgehen und nach Lücken, Kletterhilfen und Grabspuren suchen.
  2. Die nähere Umgebung außerhalb der Anlage absuchen, besonders sonnige Stellen, Kompost und Hecken.
  3. Bei warmem Wetter die Sonnenplätze zu verschiedenen Tageszeiten beobachten.
  4. Die Wildkamera auf die Anlage richten.

Entkommene Tiere werden oft in der Nähe wiedergefunden. Informieren Sie Nachbarn und melden Sie ein entlaufenes Tier der Behörde – schon weil es sich um eine geschützte Art handelt.

Lehren aus Verlusten

So bitter ein Verlust ist: Er zeigt, wo die Anlage verbessert werden muss. Schreiben Sie auf, was passiert ist und welche Spuren es gab. Viele erfahrene Halter haben ihre Anlagen Schritt für Schritt aus solchen Erfahrungen heraus verbessert – oft mit einfachen Mitteln wie einem zusätzlichen Blechstreifen oder einem verriegelbaren Deckel.

Quellen und weiterführende Informationen

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