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Emys·HomeEuropäische Sumpfschildkröte

Hochteich und Miniteich: sichere Anlagen für junge Sumpfschildkröten

Zwischen Frühbeet und großem Gartenteich klafft eine Lücke: Die Tiere sind zu groß für die kleine Wanne, aber noch zu klein für Reiher und Katzen. Ein abgedeckter Hochteich schließt diese Lücke.

Hochteich als geschützte Aufzuchtanlage Gitterdeckel gegen Katzen, Reiher und Krähen Wasserteil mit Pflanzen Ausstiegsrampe zum Sonnenplatz
Hochteich mit Pflanzen, Ausstiegsrampe, Sonnenplatz und Gitterdeckel.

Was ist ein Hochteich?

Ein Hochteich ist ein Wasserbecken, das nicht in den Boden gegraben, sondern auf ihn gestellt oder gemauert wird. Die Wände bestehen aus Holz, Stein, Gabionen oder Metall, innen dichtet eine Folie oder eine vorgeformte Schale ab. Für Schildkröten hat die Bauform zwei große Vorteile: Die erhöhten Wände halten bodengebundene Räuber fern, und ein Deckel lässt sich einfach montieren.

Wofür er sich eignet

  • Jungtiere im zweiten und dritten Jahr, die aus dem Frühbeet herausgewachsen sind
  • Quarantäne für neu erworbene Tiere, bevor sie zur Gruppe kommen
  • Gärten ohne Platz für eine große Teichanlage – allerdings nur für wenige Tiere und mit Abstrichen
  • Pflanzen- und Futterbecken neben der eigentlichen Anlage, zur Zucht von Wasserschnecken

Größe und Tiefe

Für Jungtiere reicht eine Wassertiefe von wenigen Dezimetern, solange Pflanzen und flache Bereiche Halt geben. Die Grundfläche ist wichtiger als die Tiefe: Die Tiere brauchen Platz zum Schwimmen, dazu einen trockenen Sonnenplatz innerhalb der Einfassung. Eine schräg eingelegte Rampe aus Holz oder eine Stufe mit Sand erleichtert den Ausstieg.

Die Abdeckung

Der Deckel ist der eigentliche Grund für den Hochteich. Ein Rahmen mit verzinktem Volierendraht hält Reiher, Krähen und Katzen fern und lässt Sonne und UV-B durch. In Gegenden mit Waschbären muss der Deckel verriegelt werden – ein Waschbär hebt lose aufgelegte Gitter mühelos an. Ein Teil der Fläche kann mit einem Schattiernetz belegt werden, damit das Wasser im Hochsommer nicht zu warm wird.

Ob im Boden oder als Hochteich: Planung und Sicherung entscheiden über den Erfolg.
Ob im Boden oder als Hochteich: Planung und Sicherung entscheiden über den Erfolg.Foto: Gilles San Martin, CC BY-SA 3.0, via Wikimedia Commons

Der Winter

Ein Hochteich friert schneller durch als ein eingegrabener Teich, weil die Wände der Kälte ausgesetzt sind. Für die Überwinterung ist er deshalb nur geeignet, wenn er sehr groß, gut isoliert oder teilweise eingegraben ist. In den meisten Fällen werden Jungtiere aus dem Hochteich im Herbst kontrolliert im Kühlschrank überwintert (siehe Überwinterung). Das Becken kann dann entleert oder als Pflanzenbecken überwintert werden.

Pflege

Kleine Wassermengen reagieren empfindlich auf Futterreste und Sonne. Regelmäßige Teilwasserwechsel, reichlich Unterwasserpflanzen und das Entfernen von Resten halten das Wasser sauber. Ein kleiner Filter kann helfen, ist bei guter Bepflanzung und geringem Besatz aber nicht zwingend. Gegen Algen helfen dieselben Mittel wie im großen Teich.

Baumaterial

Holz ist leicht zu verarbeiten und fügt sich gut in den Garten ein, sollte aber unbehandelt oder mit ungiftigen Mitteln geschützt sein – Innenseite nur über die Folie mit dem Wasser in Kontakt bringen. Gabionen und Naturstein sind langlebig und speichern Wärme. Fertige Hochteich-Bausätze aus Metall oder Kunststoff sparen Zeit. Wichtig ist bei allen Varianten eine glatte Innenkante, an der die Tiere nicht herausklettern können.

Checkliste vor dem Bau

  • sonniger Standort, Wasseranschluss in der Nähe
  • ebener, tragfähiger Untergrund – Wasser ist schwer
  • glatte, kletterfeste Innenkante
  • Deckel mit Verriegelung, Teilschattierung
  • Ausstiegsrampe und trockener Sonnenplatz
  • Plan für den Winter

Hochteich als Futterquelle

Ein zweiter, kleinerer Hochteich ohne Schildkröten ist eine hervorragende Ergänzung. In ihm vermehren sich Wasserschnecken, Asseln und Mückenlarven ungestört, und Pflanzen können dort vorgezogen werden, bevor sie in den Schildkrötenteich kommen. Beide Becken nebeneinander erleichtern außerdem die Pflege: Wasser, Pflanzen und Futtertiere lassen sich bei Bedarf austauschen. Einige Halter verbinden die Becken sogar über einen einfachen Überlauf zu einem kleinen Pflanzenfilter.

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