Zum Inhalt springen
Emys·HomeEuropäische Sumpfschildkröte

UV-Licht und Wärme für Wasserschildkröten: Lampen richtig einsetzen

Im Freiland liefert die Sonne alles, was eine Sumpfschildkröte braucht: Wärme zum Aufheizen und UV-B-Strahlung für den Knochenstoffwechsel. Drinnen muss die Technik beides ersetzen – so gut es eben geht.

Sonnenbad: Wärme und UV-Licht zugleich – im Freiland unerreicht
Sonnenbad: Wärme und UV-Licht zugleich – im Freiland unerreichtFoto: George Chernilevsky, gemeinfrei, via Wikimedia Commons

Warum UV-B?

Reptilien bilden Vitamin D3 mithilfe von UV-B-Strahlung in der Haut. Ohne Vitamin D3 kann Kalzium aus der Nahrung nicht richtig verwertet werden. Die Folge eines Mangels sind Störungen des Knochen- und Panzerwachstums: weiche, verformte Panzer bei Jungtieren, brüchige Knochen und Schwäche bei älteren Tieren. Kalzium im Futter allein reicht nicht – es muss auch aufgenommen werden können. Mehr dazu unter Ernährung.

Die Lampentypen

TypWärmeUV-BEinsatz
Wärmespot (Halogen/Glühlampe)ja, gerichtetneinSonnenplatz, immer mit UV-Quelle kombinieren
UV-B-Leuchtröhre (T5/T8)kaumja, flächiggleichmäßige UV-Versorgung über größere Flächen
Kompakte UV-Lampewenigja, meist schwächerkleine Becken; Leistung stark modellabhängig
Metalldampflampe mit UVjajaKombination von Wärme und UV, benötigt passendes Vorschaltgerät
Mischlichtlampe mit UVjajaWärme und UV in einem, einfache Fassung

Welcher Typ passt, hängt von der Beckengröße, dem Abstand und der Bauart ab. Wichtig ist, dass die Tiere unter der Lampe einen Wärme- und UV-Gradienten vorfinden und sich auch in den Schatten zurückziehen können.

Abstand und Leistung

Hersteller geben für ihre Lampen empfohlene Abstände an. Daran sollte man sich halten: Zu nah kann die Strahlung Augen und Haut schädigen, zu weit weg kommt kaum UV-B an. Die UV-Leistung lässt mit der Zeit nach, auch wenn die Lampe noch hell leuchtet. Viele Hersteller empfehlen einen regelmäßigen Austausch; wer es genau wissen möchte, misst mit einem UV-Messgerät.

Beleuchtungsdauer

Ein fester Rhythmus ist wichtiger als möglichst lange Beleuchtung. Eine Zeitschaltuhr sorgt für Regelmäßigkeit. Im Frühjahr und Herbst kann die Dauer an die natürliche Tageslänge angepasst werden – das bereitet die Tiere auf die Winterruhe vor bzw. holt sie behutsam heraus.

Draußen ist besser

Keine Lampe erreicht die Intensität und das Spektrum der Sonne. Deshalb profitieren auch Jungtiere enorm davon, an warmen Tagen ins Freie zu kommen – in einem Frühbeet mit Gitterdeckel, das vor Überhitzung und Fressfeinden schützt. Dort gilt allerdings: Immer Schatten und Wasser anbieten. In einem geschlossenen Glaskasten in praller Sonne kann es innerhalb kurzer Zeit tödlich heiß werden.

Sicherheit

Lampen müssen so montiert sein, dass Tiere und Wasser sie nicht erreichen können. Spritzwasser auf heißem Glas kann Lampen platzen lassen. Kabel, Vorschaltgeräte und Steckdosenleisten gehören außerhalb des Spritzbereichs, idealerweise mit Fehlerstromschutzschalter.

Typische Fehler

  1. Nur Wärme, kein UV: Ein Spotstrahler allein versorgt die Tiere nicht mit UV-B.
  2. UV-Lampe hinter Glas: Eine Abdeckscheibe zwischen Lampe und Tier filtert UV-B heraus.
  3. Zu großer Abstand: Bei vielen Lampen kommt schon in wenigen Dezimetern Entfernung kaum noch UV-B an.
  4. Dauerlicht: Licht rund um die Uhr stört den Rhythmus der Tiere.
  5. Kein Rückzugsort: Tiere müssen den bestrahlten Bereich verlassen können.
  6. Alte Lampen: Die UV-Leistung sinkt, lange bevor die Lampe ausfällt.

Draußen: Sonne mit Schatten

Im Freiland ist das Thema einfacher, aber nicht erledigt. Sonnenplätze müssen tatsächlich besonnt sein – nicht durch Gehölze beschattet, die über die Jahre gewachsen sind. Gleichzeitig brauchen die Tiere Schatten und Wasser, um sich abzukühlen. Prüfen Sie im Frühjahr, ob die Sonnenplätze noch zur Tageszeit, in der die Tiere aktiv sind, in der Sonne liegen.

Energie und Kosten

Wärme- und UV-Lampen laufen in der Saison viele Stunden täglich. Rechnen Sie die Leistungsaufnahme vorab durch und wählen Sie lieber eine gut passende Lampe als mehrere schwache. Eine Zeitschaltuhr senkt den Verbrauch, ein Thermostat verhindert Überhitzung. Und am günstigsten bleibt die Sonne: Je früher die Tiere draußen leben können, desto weniger Technik brauchen sie.

Passt dazu