Schildkrötenfutter im Check: Naturfutter, Frostfutter, Fertigfutter
Im Zoofachhandel gibt es ganze Regale voller Schildkrötenfutter. Für die Europäische Sumpfschildkröte ist davon nur ein Teil wirklich sinnvoll. Ein Überblick, was taugt – und was man sich sparen kann.

Die Grundregel
Die beste Ernährung ist abwechslungsreich und besteht zum großen Teil aus ganzen Tieren, die denen im natürlichen Lebensraum ähneln: Schnecken, Würmer, Krebstiere, Insektenlarven. Fertigfutter kann ergänzen, sollte aber nicht die Basis sein. Die Hintergründe erklärt der Beitrag Ernährung und Fütterung.
Lebend- und Naturfutter
| Futter | Vorteile | Nachteile |
|---|---|---|
| Wasserschnecken | natürlich, Kalzium durch Gehäuse, im Teich selbst züchtbar | Mengen im Winter knapp |
| Regenwürmer | nahrhaft, fast überall zu finden, gerne genommen | nur aus unbelasteten Böden sammeln |
| Wasserasseln, Bachflohkrebse (lebend) | ideal für Jungtiere | Beschaffung aufwendig |
| Insekten (z. B. Heimchen) | Abwechslung | fressen nur, wenn sie im Wasser landen |
| Wasserpflanzen, Wasserlinsen | Ballaststoffe, Beschäftigung | nicht alle Tiere nehmen sie an |
Frostfutter
Rote und weiße Mückenlarven, Artemia, Bachflohkrebse und Stinte gibt es tiefgefroren. Frostfutter ist praktisch und hygienisch, verliert aber beim Einfrieren und Auftauen einen Teil der Vitamine. Bei gefrorenem Fisch ist Vorsicht geboten: Manche Fischarten enthalten Thiaminase, die Vitamin B1 abbaut. Fisch deshalb nur gelegentlich und abwechselnd anbieten.
Trockenfutter
Getrocknete Bachflohkrebse und Garnelen sind bei Schildkröten sehr beliebt – gerade deshalb neigen Halter dazu, zu viel davon zu geben. Getrocknete Krebstiere bestehen zu einem großen Teil aus Chitinpanzer und sind als Hauptfutter ungeeignet. Als Leckerbissen und zur Abwechslung sind sie in Ordnung.
Pellets und Sticks
Industriell hergestelltes Fertigfutter ist bequem und oft mit Vitaminen und Mineralstoffen angereichert. Die Qualität schwankt stark. Achten Sie auf die Zusammensetzung: Ein hoher Anteil an tierischem Protein aus ganzen Tieren und ein nicht zu hoher Fettgehalt sprechen für ein gutes Produkt. Pellets quellen im Wasser auf und belasten es; nur kleine Mengen geben und Reste entfernen.
Ungeeignet
- rohes Muskelfleisch, Hackfleisch, Wurst
- Hunde- und Katzenfutter
- Milchprodukte, Brot, Essensreste
- reines Trockenfutter über lange Zeit
Futter aus dem eigenen Teich
In einem gut eingewachsenen, naturnahen Teich stellt sich ein Teil der Nahrung von selbst ein. Schnecken, Libellenlarven und Wasserasseln vermehren sich, wenn genügend Wasserpflanzen vorhanden sind. Viele Halter legen zusätzlich ein kleines Becken ohne Schildkröten an, in dem sich Futtertiere ungestört vermehren – eine einfache, günstige und artgerechte Futterquelle.

Futtertiere selbst züchten
Wasserschnecken lassen sich in einem kleinen, bepflanzten Becken ohne Fische problemlos vermehren. Posthornschnecken und Spitzschlammschnecken fressen Algen und Pflanzenreste und brauchen kaum Pflege. Regenwürmer lassen sich in einer Wurmkiste mit Küchenabfällen halten. Wasserasseln und Bachflohkrebse gedeihen in kühlen, laubreichen Becken. So entsteht mit wenig Aufwand eine dauerhafte Futterquelle, die Geld spart und die Tiere artgerecht ernährt.
Hygiene beim Sammeln
Futtertiere aus der Natur sind wertvoll, bergen aber Risiken. Sammeln Sie nicht an Straßenrändern, auf gespritzten Feldern oder in Gewässern mit unbekannter Belastung. Schnecken aus fremden Teichen können Parasiten übertragen. Im Zweifel ist die eigene Zucht die sicherere Wahl.
Lagerung
Trocken- und Fertigfutter kühl, trocken und luftdicht lagern; einmal geöffnete Packungen nicht jahrelang aufbewahren, da Vitamine abgebaut werden. Frostfutter nicht wieder einfrieren und vor dem Verfüttern auftauen, nicht erhitzen.
Fütterungstechnik
Werfen Sie das Futter nicht einfach ins Wasser, sondern bieten Sie es gezielt an, etwa mit einer langen Pinzette oder in einer flachen Futterschale unter Wasser. So sehen Sie, welches Tier wie viel frisst, und Reste lassen sich leichter entfernen. Scheue Tiere fressen oft erst, wenn sich der Halter zurückzieht – dann das Futter an einer festen Stelle anbieten und nach einigen Minuten nachsehen. Bei mehreren Tieren lohnt es sich, an zwei oder drei Stellen gleichzeitig zu füttern, damit schwächere Tiere nicht leer ausgehen.
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